Klappentext
Laylas Eltern sind das glamouröseste Liebespaar der Welt - oder zumindest Saarbrückens. Ihr irakischer Vater hat ständig neue spektakulär scheiternde Geschäftsideen und verspricht seiner staunenden Familie zugleich Umzüge nach New York, ein Haus mit Rutsche in den Tigris, eine große Zukunft. Ihre französische Mutter dagegen stammt aus dem nobelsten Bürgertum, rebelliert gegen ihr Elternhaus und trägt dabei doch Chanel Nº5. Alles in dieser Familie kann nur schiefgehen und ist dennoch für einige Kindheitsjahre ungeheuer leicht und wunderschön. Dann bricht 1991 der Golfkrieg aus. Eingeholt von der Realität, wird Laylas Vater ein Fremder. Ein Familienroman über das Leben zwischen den Kulturen.
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info)
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.04.2026
Einen neuen Blick auf komplexe Probleme unserer Gegenwart ermöglicht dieser "anregende, hochaktuelle und zugleich heitere" Roman dem Rezensenten Nils Minkmar. Safia al Bagdadi arbeitet sich darin an ihrer eigenen Biografie ab, es geht darum, wie sie selbst in Deutschland aufwächst und schließlich in Paris zu einer erfolgreichen Schriftstellerin wird; vor allem jedoch geht es um ihren Vater, der im Buch Babe genannt wird. Der Iraker Babe, der eine Französin geheiratet hat, ist zunächst voller Hoffnung, in Europa Teil einer vorwärtsgewandten Weltgemeinschaft zu werden, auch die Entwicklung in seiner Heimat machen ihm zwischenzeitlich Hoffnung. Später wandelt er sich dann zum radikalen Islamist, wohl auch, um als Mann wieder mehr gelten zu können, und trennt sich von seiner Frau. Sehr gut findet Minkmar, dass al Bagdadi in ihrem Buch geopolitische Aufregerthemen und identitätspolitische Stellungskriege weitgehend beiseite lässt. Stattdessen, freut er sich, geht es um Menschliches und Allzumenschliches, um die lustigen und peinlichen Facetten eines migrantischen Alltags. Das wird, meint der rundum glückliche Rezensent, der Vielfalt menschlicher Erfahrung gerecht.
Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 26.02.2026
Rezensentin Marie Schoeß ist überzeugt von diesem Familienroman, in dem Safia Al Bagdadi die Perspektive einer erwachsenen Frau und eines Kindes zusammenfließen lässt. Layla blickt zurück auf ihre Familie, ihre schöne Mutter und ihren charismatischen Vater, der aus Bagdad nach Deutschland kam. Zwar erzählt Layla als Erwachsene, manchmal nimmt sie jedoch so sehr die Perspektive des Kindes ein, dass das Geschehen einen märchenhaften, fantastischen Anstrich bekommt, erklärt die Kritikerin. Im Laufe der Erzählung zeigt sich ihr, wie sehr die idyllisch wirkende Familie von "Kultur- und Klassenunterschieden" geprägt ist. Als der Golfkrieg ausbricht, werden diese unüberbrückbar, der Vater steigert sich in religiös-fanatischen Wahn, die Mutter steht dem hilflos gegenüber. Den "allmähliche Erkenntnisprozess", den die Erzählerin mit Blick auf ihre Vergangenheit durchläuft, findet die Kritikerin sehr spannend. Ein bisschen unnötig findet sie die vielen Vorausdeutungen - solch dramaturgische "Kniffe" habe das Buch gar nicht nötig.
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